„Einen Sommer noch“ – Buchtipp

Einen Sommer noch
Mein Leben mit der Diagnose Hirntumor

von Eric Baumann
Taschenbuch, 272 Seiten
ISBN-13: 978-3404616794

erhältlich u.a. bei Amazon

Unter den Büchern, in denen Betroffene von ihrem Leben mit der Diagnose Hirntumor erzählen, konnte mich der Erfahrungsbericht „Einen Sommer noch“ von Eric Baumann zweifellos am meisten fesseln. Das mag auch an der Art und Weise liegen, mit welcher der Autor mit seiner Krankheit umgegangen ist und dies letztlich in seinem Buch auf eine sehr offene und anschauliche Weise dargestellt hat. Das Buch ist aus meiner Sicht auch für jene Menschen empfehlenswert, welche keinen unmittelbar Zugang zum Themenkomplex eines Hirntumores haben.

Kurz vor seinem 34. Geburtstag im Jahr 2004 hat der Journalist Eric Baumann mit zunehmenden Kopfschmerzen, Sprachaussetzern und Sehstörungen zu kämpfen. Ein MRT bringt letztlich Gewißheit, daß er an einem bösartigen Hirntumor (Glioblastom Grad IV) erkrankt ist. Auch nach der umgehend darauf erfolgten Operation in Zürich machen ihm die Ärzte keine großen Hoffnungen. Eine anschließende Strahlentherapie, wie auch die später erfolgte Chemotherapie samt ihrer Nebenwirkungen tragen aber dazu bei, dass Baumann sich – trotz der ungünstigen Prognose – über Jahre gegen sein Schicksal wehren kann.

In dem Buch erzählt der Autor von zahlreichen Reisen, welche er in dieser Zeit mit seiner Freundin Alice in die weite Welt unternehmen konnte. Eric Baumann wollte sich auch alternativen Behandlungsmöglichkeiten nicht gänzlich verschließen, wenngleich er dabei aber auch seine Abneigung zu unseriösen „Wunderheilern“ nicht unterdrückte. Ein wesentlicher Teil des Buches beschäftigt sich damit, wie er die aus seiner Krankheit resultierenden Defizite im Umgang mit seinen Mitmenschen wahrnimmt. Aber auch die unterschiedlichen Erlebnissen beim Umgang mit Ärzten und Therapeuten werden sehr detailiert dargestellt.

Das Buch schließt mit den Zeilen: „Die Erinnerung zeigt mir immer wieder: Es ist nicht selbstverständlich, dass ich am Leben bin.“ Im August 2009 konnte ihm sein unerschütterlicher Optimismus nicht mehr weiterhelfen – nach mehr als vier Jahren erlag er schließlich seiner Krankheit.

Ein Kommentar

  • Eine schöne Rezension des Buches, Peter, das du gut zusammengefasst hast.
    Ein Buch, ein Ausschnitt aus einem Leben, das von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wurde – und das kann uns alles passieren. Mit solch einer Cäsur umzugehen zeigt Eric Baumann mit seiner Geschichte auf…

    Super!

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